Sonntag, 1. Juni 2014

Ich schäme mich

Ich hätte nicht gedacht, dass ich das einmal sagen müsste: Ich schäme mich für meinen Bischof. Ich schäme mich dafür, dass auch er den Ränkeschmiedern der Caritas ins Netz gegangen ist. Ich schäme mich dafür, dass auch er bürokratische, strukturelle und formale Argumente höher zu schätzen scheint als das Leben. Ich schäme mich dafür, dass er in seinem Brief behauptet, der Schutz des ungeborenen Lebens hätte höchste Priorität in unserer Diözese und in den nächsten Absätzen 1000plus seine Unterstützung untersagt und seinen Kirchengemeinden "von einer Unterstützung der Aktion 1000plus" abrät. Und ich schäme mich dafür, dass es zwischen Bischof und Weihbischof wohl keine Absprachen zu geben scheint (oder - falls ich mich da irren sollte - noch schlimmer: keine Loyalität und keine Zusammenarbeit). Ich schäme mich, als hauptamtliche Mitarbeiterin für eine Diözese einstehen zu müssen, die so etwas tut.

Während ich dies schreibe, habe ich Bauchweh - metaphorisch und tatsächlich -, weil ich meinen Bischof eigentlich gerne in allem unterstützen würde, was er tut, weil ich eigentlich sehr loyal bin, weil ich eigentlich ganz bewusst für die Kirche, ihre Institutionen und Entscheidungen gerade stehen will. Aber ich kann nicht einfach hinter einer Entscheidung stehen, die meiner Überzeugung so grundsätzlich widerspricht. Und ich kann sie auch nicht einfach schweigend missbilligen, denn damit würde ich mich mitschuldig machen. Ich liebe meine Kirche, und es tut mir weh, gegen meinen Bischof zu schreiben, aber ich sehe keine andere Möglichkeit, als laut gegen dieses Unrecht zu protestieren. Weil ich meinem Bischof aber nicht einfach bloggend in den Rücken fallen will, habe ich mich entschieden, ihm einen Brief zu schreiben.

Über meine persönliche Einstellung zu 1000plus brauche ich wohl nicht nochmals zu schreiben - das habe ich schon oft genug getan. Nur soviel noch: ich habe Dr. Markus Arnold, den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden von Pro Femina e.V. (dem Trägerverein des Projekts 1000plus), vor einiger Zeit persönlich kennengelernt und mich ausführlich mit ihm über 1000plus und seine Arbeit unterhalten. Ich halte 1000plus aufgrund meiner persönlichen Einschätzung und meiner ausführlichen Recherchen für äußerst unterstützenswert, vertrauenswürdig und kompetent, und in Anbetracht der aktuellen Situation möchte ich (nicht als kirchliche Mitarbeiterin, sondern als Privatperson) dringend um Spenden für 1000plus bitten.

Was immer in der Kirche für Machtkämpfe laufen, sie dürfen nicht auf Kosten ungewollt schwangerer Frauen und ihrer ungeborenen Kinder ausgetragen werden.

Kommentare:

  1. Ganz einverstanden!
    Nur, warum "ungewollt schwangere Frauen"? Alle schwangere Frauen brauchen Hilfe und Unterstützung.

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    1. Richtig, alle schwangeren Frauen brauchen Hilfe und Unterstützung - mehr oder weniger. Aber dafür gibt es reichlich Anlaufstellen, die einen beraten und Hilfe/Unterstützung... vermitteln.
      Aber 'ungewollt' schwangere Frauen und Mädchen finden nur sehr schwer eine Beratung, die nicht nur eindeutig pro Life, also pro Frau, pro Kind, pro Leben beraten, sondern auch noch die dazu gehörige Hilfe gibt. Und diese Frauen landen 'in der Regel' bei Pro Familia, einem staatl. finanzierten Pro-Abtreibungs-Unternehmen, dessen Namen Hohn und Spott ist, der eigentlich ProAbortion und ProMoneyforUs heißen müsste, denn Abtreibung ist ein Riesen-Geschäft!!! Und da geht es so gut wie nicht um Beratung, sondern darum, dass so schnell wie möglich der 'Schein' ausgestellt wird - all inclusive in 15 Minuten vorbei! Keine Übertreibung!
      Da die Caritas-Beratungsstellen der Katholischen Kirche die Beratungsscheine nicht mehr ausstellen dürfen, die zu einer straffreien Abtreibung notwendig sind - was ich im Übrigen richtig finde! -, kommen so gut wie keine Frauen in diesem Konflikt mehr zur Caritas. Deshalb ist die Argumentation von unserem wie der andern Bischöfe, dass es 1000plus ja nicht bräuchte - und eben auch deren Unterstützung nicht - weil ja innerkirchlich alle Beratungs- u. Hilfsstrukturen vorhanden seien, genauso Hohn und Spott. Wer so argumentiert und denen, die diese Hilfe professionell und erfolgreich geben könnten, die Hilfe und Unterstützung(smöglichkeit) verweigert, macht sich schuldig!

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    2. Weil ungewollt schwangere Frauen eher in einer Konfliktsituation sind as Frauen, die sich ein Kind wünschen. Weil ungeplant schwangere Frauen viel eher in einer problematischen Situation sind als Frauen, die ihr Kind wollen. Weil ungeplant schwangere Frauen eher über eine Abtreibung nachdenken als Frauen, die ein Kind wollen. Ist das so schwer zu verstehen?

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  2. Ich bin offen gestanden echt schockiert, wie hier argumentiert wird.

    Es geht nicht darum, dass 1000plus nicht existieren darf, sondern nur darum, dass in Kirchengemeinden hierfür nicht gesammelt werden darf. Und das finde ich richtig!
    Warum sollte die Kirche eine private Organisation unterstützen, wenn sie selbst bei der Caritas flächendeckend bereits ein qualitativ hochwertige Beratung und zahlreiche Angebot für Frauen in Not anbietet?

    Ein weiterer Grund: Wenn "offiziell" im Namen der Kirchen Beratung angeboten wird, muss diese bestimmten Gütekriterien genügen, d.h. die Beraterinnen müssen eine entsprechende - staatlich anerkannte - Ausbildung und entsprechende Berufserfahrung haben.
    Nein, ich bin keine Abtreibungsbefürworterin, im Gegenteil. Aber ich möchte auch nicht, dass eine Frau, die sich in einer echten Notlage befindet und nicht ein noch aus weiß, von "Lebensschützern" im Namen der Kirche möglicherweise moralisch unter Druck gesetzt wird. Ich erlebe die 1000plus Kampagne auch so, dass sie Druck auf die Frauen aufbaut, indem sie ihnen nämlich indirekt Mord vorwirft. Damit ist Frauen in Krisensituationen nicht geholfen.

    Es gibt hervorragende kirchliche Beratungsstellen. Es gibt - die von katholischen Christen verantwortete Organisation -. Donum Vitae (für die übrigens auch nicht gesammelt werden darf). Warum muss man da noch ein weitere Organisation unterstützen?





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    1. Eine staatliche Anerkennung ist praktisch schon der Beweis für organisierte Manipulation.

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  3. @Anonym um 14:48 erinnert mich daran, wie in der Kirche über Medien diskutiert wurde. Da hies es, wir brächten nicht hundert verschiedene Blätter mit verschiedenen Meinungen, sondern wir sollten eine vernünftige Zeitung/Magazin haben, in dem "kompetent" zu lesen ist, was richtig ist. Schrecklich, gut dass es dazu nicht kam (wobei die Bistumspresse so regional und gleichzeitig zentralistisch ist wie noch nie). Wenn ich mir vorstelle, in der deutschen Kirche nur noch das hören zu müssen, was etwa aus der Ecke der DBK oder des ZDK kommt - nein danke. Und genau so ist es mit der Caritas. Was ist an ihr noch katholisch? Ich war bei diesem Verein 30 Jahre beschäftigt und weiß wovon ich rede. Wie es in der Kirche zugeht, wofür gesammelt wird, wollen Sie das wissen? Ja, auch für Donum Vitae, und das ist eine Schande. Ich bin Zeuge, dass DV viel Geld aus dem Topf der katholischen Kirche bekommt.
    Alle reden von Ökumene. Hier ist ein Feld, auf dem alle miteinander für das Leben tätig sein können. Aber es herrscht Streit allerorten.

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  4. Weihbischof Renz kann man nun wirklich nicht fehlende Loyalität dem Bischof gegenüber "unterstellen" - von ihm habe ich in der Öffentlichkeit noch nie ein negatives Wort zum Bischof gehört! Im Gegenteil, in einer anderen Sache, wo mir bekannt war, dass er eine andere Meinung zu einem Thema hat, hat er in einer Diskussion die Argumente des Bischofs dargelegt und sie nicht "verrissen". Wenn er gefragt worden wäre, was er persönlich davon hält, hätte er seine eigene Meinung sicher erläutert, aber hat - wie es sein sollte - loyal des Bischofs Entscheidung in dem damaligen Punkt dargelegt.
    Ein em. Domkapitular hat in einer öffentlichen Veranstaltung mal auf die Frage, was das Domkapitel so macht, erklärt: da wird brüderlich beraten und dann bischöflich entschieden.
    Das scheint mir hier bei 1000plus der Fall gewesen zu sein.

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  5. Haben Sie schon einmal einen Beratungsverlauf, wie er über Internet verläuft, gelesen?
    Wenn Sie es getan hätten, wäre Ihnen klar geworden, mit wie viel Liebe und Respekt diese schwangeren Frauen bei der Internetberatung behandelt werden!
    Wenn ich eine Beratung nachlese, kommen mir oft die Tränen, wenn ich erkenne, dass ich nicht so geduldig und wertschätzend mit diesen Frauen umgehen könnte. Hier wird absolut kein Druck aufgebaut, ganz im Gegenteil. Ich empfinde es oft so, dass den Frauen der Druck, unter dem sie oft von ihren Partnern, ihren Eltern, Freunden oder sonstigen Außenstehenden sind, genommen wird und sie so eine neue Perspektive für ihre Situation erhalten. Nicht selten entscheiden sie sich aus dieser Perspektive für ihr Kind.
    Was mich auch sehr beeindruckt ist, dass im Hintergrund von den 1000plus Beratungen Menschen wirklich in diesen ganz konkreten Anliegen beten. Mehrmals habe ich erlebt, dass in scheinbar aussichtslosen Situationen sich eine schwangere Frau im letzten Moment doch noch für ihr Kind entschieden hat (sozusagen mit der Abtreibungspille in der Hand oder auf dem Weg zur Abtreibungsklinik...).

    Sicher gibt es sehr gute kirchliche Beratungstellen. Aber gerade in unserer Zeit ist es sicher nicht selbstverständlich, dass sich eine Frau in einer so schwierigen Situation, die vielleicht mit der Kirche nichts anfangen kann, nicht als erstes an die Beratungstelle der Caritas wendet.
    Wie hat Weihbischof Renz gesagt: So lange noch so viele Kinder abgetrieben werden...kann es nicht genug Beratungsmöglichkeiten für Schwangere geben...

    Ich kann diese Diskussion über das Verbot der Unterstützung von 1000plus in den einzelnen Diözesen bald nicht mehr hören.
    Ich werde so wütend darüber, dass irgendewlche Scheinargumente gebracht werden, um das Sammelverbot in den Kirchengemeinden zu rechtfertigen. Seien wir doch ehrlich; es geht nur ums Geld!
    Geld, das vielleicht nicht in die Caritasarbeit fließt, wenn eine Organisation wie 1000plus unterstützt wird. Diese Befürchtungen sind aus jedem Satz dieser Stellungnahmen gegen die Aktivitäten von 1000plus zwischen den Zeilen herauszulesen.
    Vielleicht wäre Umkehr notwendig?....

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  6. Warum engagieren sich die Berater von 1000plus eigentlich nicht bei der Caritas?

    Nehmen wir mal ein ganz anderes Beispiel: Die Kirche macht gute Jugendarbeit. Wenn nun ein privater Verein von gläubigen Katholiken auch Jugendarbeit anbieten würde, obwohl es flächendeckend BDKJ etc. gäbe, müssten die offiziellen kirchlichen Strukturen ihn dann unterstützen? Ich meine nein.

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  7. @anonym 15:48
    1000plus hat vor einiger Zeit bereits angeboten mit der Caritas zusammenzuarbeiten! War nicht gewünscht...

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  8. Dieses anonyme Getue ist schrecklich. Man weiß nicht mehr, wer etwas gesagt hat.
    @Anonym um 15:48 - Ich empfinde physische Schmerzen. Sie glauben tatsächlich Caritas und BDKJ seinen katholisch.

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  9. Oh ja, das glaube ich ...
    Und ich habe mir mal die Seite von 1000plus angeschaut. Zwei Fragen kamen mir:
    1. Warum muss man zu solchen Beratungen (https://www.vorabtreibung.net/forum/der-caritas-verband) eine Parallelstruktur aufbauen?
    2. Nirgendwo steht, welche Qualifikation die Beraterinnen haben. Sind sie Sozialpädagoginnen? Psychotherapeutinnen? Ärztinnen? Haben sie eine Ausbildung in Gesprächsführung?

    Ich verstehe echt nicht, warum es hier keine Zusammenarbeit gibt!

    Und ich gebe zu, dass ich über den Satz "Sie glauben tatsächlich Caritas und BDKJ seinen katholisch." wirklich geschockt bin. Gestern endete ein bewegender Katholikentag mit dem Motto: Mit Christus Brücken bauen. Sollte nicht die Zeit der innerkirchlichen Grabenkämpfe, in denen man sich gegenseitig den "wahren Glauben" abspricht vorbei sein?

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    1. Der "Katholikentag" ist eine politische Veranstaltung, um die Kirche unter die Kratie des Demos zu locken. Ebenso der BDKJ, der sogar einen Preis für die Demokratisierung der Kirche auslobt. Die Caritas ist ebenfalls politisch korrumpiert. Ihr Neokatholiken mögt euren Frieden mit den neuen Zwingherren gemacht haben, was sich ja auch wahrlich auf Erden lohnt. Meinereiner wird das ewige Heil und die alleinige Ehre Gottes fest im Auge behalten.

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  10. Ich glaube da gibt es noch Menschen, denen es unerträglich ist, mitzuerleben, wie massenhaft Gottgewolltes Leben zerstört wird. Und diese Diskussion ist mehr als wichtig.

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  11. Ich glaube, dass ist vielen Menschen wichtig.

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  12. Ich halte gerade für ungeplant schwangere junge Frauen ein Internetangebot für hervorragend geeignet. Ich war mal in der Situation und hätte mich gerne anonym mit anderen Frauen in dieser Situation ausgetauscht. Wenn man sehr jung und unsicher ist, ist der Gang zu einer "real life" Beratungsstelle sowieso kein Spaß und Frauen in vergleichbaren Situationen kennt man kaum. Insofern halte ich das Angebot von 1000plus tatsächlich für sehr sinnvoll.
    Es heißt doch immer: wenn man eine Botschaft an den Mann oder die Frau bringen will, muss man möglichst viele Kanäle bespielen - und (meine Erfahrung), will man ein junges Publikum erreichen, muss man den Kanal "Internet" nutzen. 1000 plus macht da alles richtig, finde ich.

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  13. Ich finde diese Frage extrem schwierig. Ich habe mich bisher mit der Aktion 1000plus nicht weiter beschäftigt, denke aber, daß generell Internetangebote, wo man erstmal anonym bleiben kann, sehr sinnvoll sind. Gleichzeitig ist dort aber auch viel Unseriöses zu finden, so daß es schon wichtig ist, in irgendeiner Form qualifizierte Beratung zu gewährleisten.
    Daß das Geld kostet, ist klar. Ob aber für jede gute Sache in der Kirche gesammelt werden dürfen muß, ist eine andere Frage, ganz unabhängig von diesem konkreten Fall - könnte es nicht sein, daß die Verantwortlichen Sorge haben, daß dann alle ankommen und sammeln wollen? Jetzt nur mal völlig ins Blaue spekuliert...
    Darf 1000plus denn die Beratungsscheine ausstellen? Daß die "offiziellen" kirchlichen dies nicht dürfen, ist ja mit ein Grund, warum weniger Leute z.B. zur Caritas gehen, oder?
    Generell verstehe ich aber nicht, warum verschiedene Beratungsorganisation mit demselben Ziel nicht zusammenarbeiten, vielleicht könnte man dann insgesamt sogar Geld sparen...

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    1. Nein, natürlich muss die Kirche nicht *jede* Sammlung für jeden guten Zweck zulassen. Bisher war es aber immer noch Sache des jeweilig zuständigen Pfarrers zu entscheiden, wofür in seiner Pfarrei gesammelt werden darf. (Abgesehen von der Absurdität, dass jetzt jede inoffizielle Sammlung für irgendein gutes Projekt in irgendeinem Dorf in irgendeinem armen Land erst vom Bischof abgesegnet werden müsste, wäre das ein bürokratisches Unding und würde vermutlich mehr Kosten verursachen als durch die Spenden wieder reinkäme...)

      1000plus stellt keine Beratungsscheine aus. Dass deswegen weniger Leute zur Caritas gehen, mag sein, trifft aber ganz offensichtlich nicht auf 1000plus zu.

      Was ich halt wirklich tragisch finde, ist, dass 1000plus schon vor Jahren (ich glaube 2009 oder 2010) bei den deutschen Diözesen und bei der Caritas um Kooperationsvereinbarungen und Partnerschaften angefragt haben, weil sie selbst der Zahl der Beratungsanfragen nicht gewachsen waren. Die Frage, warum die verschiedenen Organisationen nicht zusammenarbeiten, bleibt einerseits ungeklärt, andererseits ist da zumindest klar, wer da mehr oder weniger Interesse daran hat, aus welchem Grund auch immer.

      Auch, wenn ich mich frage, ob ich da nicht möglicherweise beruflich mein eigenes Grab schaufle, kann ich irgendwie nicht anders als da laut zu protestieren. Bin auf jeden Fall mal sehr gespannt, ob vom Bischof irgendeine Reaktion auf meinen Brief kommt.

      LG, Salome

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    2. Salome, es wundert mich nicht, dass der Zulauf für 1000+ da ist, obwohl dort keine Beratungsscheine ausgestellt werden. Es wird den Frauen um den Austausch gehen, in einem informellen, niedrigschwelligen Angebot, und mit Frauen in ähnlichen Situationen. Ob die Frau dann zu einer "offiziellen" Beratung geht, um einen Beratungsschein zu bekommen - das entscheidet sich für viele wahrscheinlich tatsächlich hier, bei 1000+. Das ist die erste Weichenstellung. Darum ist es sinnvoll, die Organisation zu unterstützen.

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  14. Es können ja wirklich gute Gründe sein, z.B. dass es nicht klar ist, welche Qualifikation die Beraterinnen bei 1000plus haben. Da müsste man erstmal mehr wissen, bevor man sich ein Urteil bildet.
    Ich finde es einfach nicht OK, der Caritas hier pauschal Eigennutz zu unterstellen und 1000plus in die Rolle der "verfolgten und nicht anerkannten Lebensschützer" zu stellen.

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    1. Nur um das kurz nochmal deutlich zu sagen: ich will der Caritas nicht pauschal Eigennutz unterstellen. Im Gegenteil, ich bin überzeugt davon, dass die Caritas
      a) sehr gute Arbeit macht und
      b) ganz viele kompetente und selbstlose Mitarbeiter hat.
      Aber gleichzeitig musste ich in den letzten Wochen und Monaten eben auch feststellen, dass bei der Caritas auch manches im Argen liegt. Da ist nicht nur der Umgang mit 1000plus (und der Brief des obersten Caritaschefs lässt mir da leider nicht mehr viel gutwillige Interpretationsfreiheit), sondern auch noch diese ganze Gendergeschichte, die meines Erachtens auch nur ein 'Reiten auf der neusten Modewelle' darstellt, ohne beachtet zu haben, dass die Caritas einerseits nur dazu da ist, Menschen zu helfen, und nicht, sie ideologisch zu interpretieren, und dass sie andererseits ein katholisches (!) Unternehmen ist. Ich finde es da schon erstaunlich (und das ist noch sehr neutral ausgedrückt), dass die Caritas sich einerseits gegenüber 1000plus auf katholische Werte und vor allem Kontrolle durch die katholische Hierarchie beruft, und andererseits genau dieser Hierarchie und der katholischen Lehre an sich gut gegendered ins Gesicht lacht.
      Trotz all dem unterstütze ich die Caritas bei mir vor Ort weiter, denn wie gesagt, die Leute dort machen gute und wichtige Arbeit. Aber ich wehre mich eben auch dagegen, die Caritas als Institution völlig unkritisch für gut zu halten - dazu kann ich zu gut differenzieren.

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  15. Könntest Du mal ganz genau formulieren, warum die Caritas Deiner Meinung nach "nicht mehr ganz katholisch" ist. Ich verstehe dieses Argument offen gestanden nicht.
    Wo bitte verstößt die Caritas gegen den katholischen Glauben? Gegen Dogmen?


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  16. Herr, mache mich zum Werkzeug Deines Friedens,
    dass ich Wahrheit bringe, wo Irrtum herrscht

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